der erste Chemotag (dritte Phase)
hier fasse ich den letzten Teil des Tages nur noch kurz zusammen,
denn es sind jetzt doch viele Tage vergangen,
bis ich wieder sitzen und schreiben konnte,
aber kurz kann ja auch durchaus gut sein...
mein Mann kam mir unten schon entgegen
und war auf "kümmern" eingestellt,
während ich gerne an ihm vorbeigepest wäre,
um schnell ins Auto und nach Hause zu kommen,
aber ohne viel zu reden oder gar zu fragen,
hat er sich als Hindernis in den Weg gestellt,
meine Hand genommen und alles so geregelt,
dass ich versorgt war, nicht alleine durch meinen Kummer musste
und mich so auch relativ schnell beruhigen konnte...
nach einer Pause war ich tatsächlich in der Lage,
noch eine Runde mit meinem Rad zu drehen,
wir konnten den Tag noch einmal gemeinsam durchgehen
und fanden viele Momente,
in denen ich meinen Mann aus seiner Sicht
über die Maßen gefordert habe,
aber er sich mehrfach auf meine Belange einstellen konnte,
ohne die Wallungen zu präsentieren, die ich bei ihm ausgelöst hatte...
als Beispiel: unser für mich unerwartetes Treffen direkt am Ausgang,
wo ich drauf eingestellt war,
mich erst einmal auf eine Bank vorm Krankenhaus zu setzen,
um wieder runterzufahren und stattdessen direkt auf meinen Mann traft,
der mich gerne ausführlich in die Arme genommen hätte,
gleichzeitig aber auch viele Fragen im Kopf hatte,
wo er eigentlich Antworten gebraucht hätte,
um dann Entscheidungen treffen zu können...
dass er wirklich zur Kenntnis genommen hat,
dass bei mir gerade gar nichts geht, er mir jetzt seine Hand aufdrängen kann,
damit ich eine Chance habe zu spüren, dass ich nicht alleine bin,
ohne meine ablehnende Ausstrahlung persönlich zu nehmen
und auch alle Fragen hinten anstellen konnte war ein riesen Geschenk für mich
und so war dann nach der ersten Chemo, einer kleinen Pause zu Hause
und dem abschließenden gemeinsamen Radeln der Tag absolut gerettet...
LG Gille
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